Kesse Bienen tun weh

(PdÄ) Sie rauben den Schlaf und verderben das Picknick, sie nerven und quälen! Wenn Wespen oder Bienen einmal zugestochen haben, kann das ganz schön unangenehm werden, für Allergiker sogar lebensbedrohlich.

Zwei bis fünf Prozent der deutschen Bevölkerung geben an, überempfindlich auf Bienen- oder Wespengift zu reagieren; sie sollten Insekten meiden. Nach einem Stich kann es neben einer sehr starken Schwellung zu Atemnot oder einem anaphylaktischen Schock kommen. Im Jahr 1999 starben 21 Menschen an den Folgen von Insektenstichen. Dabei ist der erste Stich meist folgenlos, er löst die Sensibilisierung auf das Gift aus. Erst die nächsten Stiche führen zu den gefährlichen Symptomen. Die Bundesärztekammer rät Insektengift-Allergikern im Sommer ein Notfallset gegen Insektenstiche mit sich zu tragen. Ärzte und Ärztinnen verordnen diese Sets. Die darin enthaltenen Wirkstoffe sollen die allergische Reaktion verhindern. Eine gute Chance, die lästige Allergie ganz zu verbannen, bieten so genannte Hyposensibilisierungen. Informationen dazu halten Allergologen, Haus- und Hautärzte bereit.

Stiche von Mücken, Hummeln und Bremsen sind in unseren Breitengraden in der Regel harmlos, die größte Infektionsgefahr geht vom erleichternden Kratzen aus. Bienen und Wespen hingegen spritzen größere Mengen Gift in die Haut. Während die Wespe ihren Stachel wieder aus der Haut zieht, bleibt der einer Biene stecken. Er muss vorsichtig entfernt werden. Je länger der Stachel in der Haut steckt, desto mehr Gift wird von der Giftblase in die Haut gepumpt. Kühlen oder eine juck- und schmerzstillende Salbe lindern die Beschwerden, gerade bei Kindern. Wenn nötig, kann das Gift aus der Wunde herausgedrückt, sollte allerdings nicht mit dem Mund ausgesaugt werden.

Auch Stiche in Mund- und Rachenraum können gefährlich sein, das gilt besonders bei Kindern. Ist bereits alles zu spät und die Wespe hat zugestochen, sollte unverzüglich der Arzt gerufen werden. Bis zum Eintreffen des Arztes helfen Eiswürfel oder Speiseeis die Schwellung gering zu halten.

Besonders hinterlistig beißen sich Zecken unbemerkt ins Fleisch. Wer im "Zeckenziehen" nicht geübt ist, der sollte sie lieber vom Arzt entfernen lassen. Neben dem Biss gehen von Zecken noch zwei weitere Gefahren aus: Sie sind Überträger von Borreliose (Lyme-Krankheit) und der Frühsommer-Menningoenzephalitis (FSME). Bei der durch Bakterien ausgelösten Borreliose kommt es zu grippalen Erscheinungen. Später können Gelenkbeschwerden, Hirnhautreizungen und Nervenlähmungen auftreten. Infektionen mit FSME kommen hauptsächlich im süddeutschen Raum bis zum Rhein-Main-Gebiet vor. Zum Schutz vor FSME steht ein Impfstoff zur Verfügung.